Didaktisches Konzept

Im Technorama werden Naturwissenschaften kompetenz- und ressourcenorientiert vermittelt. Diese Kompetenzorientierung folgt dem Ansatz des konstruktivistischen Lernens: Wissen kann nicht von einer Person zur anderen übertragen werden, sondern muss von dieser neu konstruiert werden.

Auf konstruktivistischen Lerntheorien baut auch die Didaktik des Technorama auf. In den Ausstellungen ist dieser Ansatz allgegenwärtig: Ein gutes Exponat eröffnet dem individuellen Besucher verschiedene Zugänge für das selbstbestimmte Lernen am Phänomen. Die Person knüpft einerseits an ihr Vorwissen und ihre Erfahrungen an, um andererseits durch das eigene Tun, Beobachten und Reflektieren ihre persönlichen Kompetenzen zu erweitern. Lernen ist ein aktiver Konstruktionsprozess, in dessen Verlauf Lernende ihre individuelle Repräsentation der Welt erschaffen.

Lernen im Technorama meint darum nicht nur die Beobachtung von Naturphänomenen und das Staunen darüber. In der spielerischen Auseinandersetzung («hands-on») entwickeln sich eine Idee, eine Ahnung oder auch nur ein Gespür für die dahinter liegenden Naturgesetze. In einem nächsten Schritt gilt es diese Hypothese über das Probieren zu bestätigen oder zu widerlegen. Daraus erwächst ein erstes Erkennen und Verstehen, worum es bei diesem Phänomen tatsächlich geht.

Die Exponate im Technorama gewährleisten in erster Linie reproduzierbare Ereignisse von Naturphänomenen, welche dem einzelnen Besucher je individuelle Erlebnisse ermöglichen. Diese Erlebnisse lassen sich vier Kategorien zuweisen. Dazu gehören das Erlebnis der Selbstwirksamkeit, das Erlebnis der Kontemplation, das Erlebnis von Transfereffekten und schliesslich das Erlebnis einer forschender Haltung.

Erlebnis der Selbstwirksamkeit

- sich einer Herausforderung gewachsen fühlen
- etwas erreichen, ein Erfolgserlebnis haben
- eine Fähigkeit erwerben und darüber Selbstbewusstsein entwickeln

Erlebnis von Transfereffekten

- ein jeweiliges Naturphänomen als exemplarisch und prototypisch erkennen
- daraus kreative Problemlöse-Strategien entwickeln
- Bereitschaft für eine Fehlerkultur (try and error)

Erlebnis einer forschender Haltung

- gerichtete Aufmerksamkeit: Überprüfung einer konkreten Hypothese
- Ausdauer und Frustrationstoleranz erfahren
- Dauerhaftes Explorationsverhalten entwickeln

Erlebnis der Kontemplation

- ungerichtete Aufmerksamkeit: in Musse Neues entdecken
- Konzentration in Form eines beschaulichen sich-Versenkens in Etwas
- Verlust des Zeitempfindens, Flow-Erfahrung